Auch auf die Gefahr hin, dass das Brautpaar das allel liest. Ich hab, wie schon gesagt, die Hochzeit sehr kurzfristig gebucht, ohne genaueres auszumachen vorher. Ich wusste Namen der Brautleute, Ort(e), Zeit und sonst eigentlich nix.
Bin sozusagen zu einem Blind Date gefahren.
Hab mich, was ich eigentlich nie mache, dazu überreden lassen, dass ich nur den Dreh mache, das Rohmaterial abgebe und wieder nach Hause fahre. Das Brautpaar hat gemeint, der Schnitt könnte später ev. mal gemacht werden. ich hab gedacht im Herbst bekommt man eh kaum mehr Buchungen und schon gar nicht so kurzfristig, weit weg von mir zu Hause ist es auch, also warum nicht ein paar 100er verdienen anstatt zu Hause auf der Couch zu sitzen. Dass der Schnitt irgendwann mal folgen könnte, daran hab ich, um ehrlich zu sein, nicht recht geglaubt.
Die Motivation war dementsprechend hoch im Vorfeld. Das Brautpaar war aber von Beginn an super sympathisch, also stieg die Motivation doch gleich um einiges.
Nachdem ich wusste ich werde die Hochzeit (meiner Meinung nach) zu 80% nicht zu Ende bringen, hab ich einfach drauf los gedreht ohne mir großartige Gedanken über das Nachher zu machen.
Leider hab ich eine Macke. Sobald ich die Kamera in Händen halte, versuch ich IMMER so gut es eben geht zu drehen. Ich mach da keinen Unterschied, ob ich 500€ dafür bekomme oder 5 000€.
Ja und es ist so, dass es einige wirklich nette Szenen gibt, aber die Ausbeute von 5 oder 6 Stunden Rohmaterial in der Qualität nicht soo dicht ist, wie es bei anderen Hochzeiten ist. Das hängt auch nicht unbedingt mit dem Wollen oder Können zusammen, das ergibt sich halt manchmal einfach oder auch nicht. Was sich bei dieser Hochzeit aber auf jeden Fall ergeben hat, sind ein paar wirklich nette und rührende Szenen, was nicht zuletzt stark mit dem Brautpaar, dessen Gästen und der Art, die Hochzeit zu feiern selbst zusammenhängt.
Thats it, nothing more nothing less